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zelt/haus

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Ob einer glücklich ist, kann er dem Winde abhören. Dieser mahnt den Unglücklichen an die Zerbrechlichkeit seines Hauses und jagt ihn aus leichtem Schlaf und heftigem Traum. Dem Glücklichen singt er das Lied seines Geborgenseins: sein wütendes Pfeifen meldet, dass er keine Macht mehr hat über ihn. (Adorno)

»zelt/haus« ist künstlerische Feldforschung vor Ort und Feature-Installation zu Mobilität, Behaustheit und Fremde. Mit einem Zelt reiste Norbert Lang für eine Woche in die sächsische Gemeinde Kirschau, bat Bewohner darum, in deren Gärten zu zelten, interviewte sie zum Leben in ihren Häusern und fertigte Klangaufnahmen an. Aus diesem Material komponierte er ein 20-minütiges Stück für acht mit Lautsprechern bestückte und lediglich von Glühlampen erhellte Zelte. Mit den aus ihnen ertönenden Geräuschen und Worten entsteht die Illusion, als seien sie bewohnt – sie werden zur Projektionsfläche der Imagination.

»zelt/haus« wurde vom 1.-11.Juli 2010 auf den obPHON Hörkunsttagen im sächsischen Kirschau ausgestellt.
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