Radiokunst

Im Raum
Gespräche und Beiträge
Vermittlung
Kontakt / Impressum / Disclaimer
Sounds
Norbert Lang 
Neues

CV

SOUNDINSTALLATION:

Niemand da
Eine Mehrkanal-Soundinstallation für die Ausstellung "To Catch a Ghost" am Museum für Neue Kunst, Freiburg, vom 27. Oktober 2018 - 24. März 2019.
Eine Ausstellung über das Okkulte, über Geister und Gespenster. Darin, aus einigen Räumen entfernt zu hören: Präsenzgeräusche, sirenenhafte Kompositionen, undefinierte Sounds. Es ist, als wären sie scheu, denn wann immer ein Besucher einen klingenden Raum betritt, verstummt das Klanggeschehen. Sounds, Geräusche erklingen nur dort, wo keiner ist, als wollten sie ungestört bleiben, unter sich, wenn niemand da ist.
Museum für Neue Kunst / Freiburg


AUDIO WALK:

I would always dream of my house – Stories of Displacement
Sound Design für den Audio Walk "I would always dream of my house – Stories of Displacement" am Hebbel am Ufer.

Ab 13.5.16, HAU, Berlin.

user470983552 · I would always dream of my house - Stories of Displacement



AUDIO WALK:

GEHSCHICHTEN UNTER UNS
Ein Audiowalk auf Berliner Trümmerbergen mit Erinnerungen von Zeitzeugen an den Zweiten Weltkrieg
Mai 2015

„Geschichte unter uns“ nimmt seinen Ausgang bei den drei Lebensgeschichten von Christel, Thea und Karl-Heinz, die den Krieg in Berlin aus jugendlicher Perspektive erlebt haben: Sie spielten auf der Straße und beobachteten, wie Juden aus Nachbarwohnungen deportiert wurden, sie versorgten ihre erkrankten Eltern, harrten in den Luftschutzkellern aus, mussten Schützengräben anlegen oder als Flak-Helfer selbst in den Krieg ziehen. Christel, Thea und Karl-Heinz gehören zu den letzten Generation an Zeitzeugen, deren Erzählungen sich die bildende Künstlerin Sonya Schönberger seit einigen Jahren im Medium des Interviews nähert. Aus diesem umfangreichen Material wählten Sonya Schönberger und Norbert Lang drei Lebensberichte aus, bearbeiteten sie und ließen sie von je drei jugendlichen Schauspielern im Alter von 16 – 18 Jahren einsprechen, jenem Alter also, in dem auch die Zeitzeugen den Krieg erlebten. In den Stimmen dieser Jugendlichen klingen dabei mehrere Gegenwarten zugleich an: Die Erlebnisse der Jugendlichen damals in der Sprache der erwachsenen Zeitzeugen von heute und der Stimme der Jugendlichen in der Jetztzeit. In diesen Zeitsprüngen entstehen akustische und erzählerische Reibungsflächen und zugleich auch neue Identifikationsräume für die folgenden Generationen.

Die Erzählungen von Thea, Christel und Karl-Heinz sind zugleich auch Dokumente einer Objektgeschichte des 2. Weltkrieges: Sie berichten von Objekten der kriegerischen Auseinandersetzung, von Waffen, Bomben, Geschossen; von den letzten Habseligkeiten jüdischer Menschen, von der Ausstattung der Luftschutzkeller, von den Splittern und Schutthaufen in den Häuserruinen. Immer wieder verweist der Audio Walk auf diese Ding-schichten, die heute zum Teil weiter zirkulieren, zum Teil unterhalb der Stadtoberfläche liegen; vor allem aber auf den nach dem Krieg angelegten Trümmerbergen buchstäblich sichtbar, ja, gehend erfahrbar sind. So finden die Hörspaziergänge auf drei Trümmerbergen in Berlin statt: dem Volkspark Prenzlauer Berg (Oderbruchkippe), dem Insulaner in Schöneberg und der Humboldthöhe im Wedding statt.
KÜNSTLERISCHE FORSCHUNG: 
Die Stille im All und ihr Klang auf der Welt

Als der künstliche Erdtrabant "Sputnik" am 4. Oktober 1957 seine Umlaufbahn erreichte, vernahm die Menschheit zum ersten Mal in ihrer Geschichte Klänge aus dem All. Der Satellit machte jedoch keine Klangaufnahmen vor Ort, vielmehr sendete er einen Ton aus, der ihm noch auf der Erde einprogrammiert wurde: Ein monotones Piepsen, das bereits drei Wochen nach dem Start kaum noch hörbar war, da die Batterien erschöpft waren.

Das Piepsen des Satelliten erinnert daran, dass man im Weltall letztlich nur sich selbst hören kann, dass jene Klänge, die im Allgemeinen mit dem Weltraum in Verbindung gebracht werden, von der Erde stammen. Schließlich herrscht im Weltall ein extremes Vakuum, und da Schall an ein Trägermedium geknüpft ist, kann dort auch kein Klang oder Geräusch weitergegeben werden, der für Menschen hörbar ist. Damit ist das Weltall der einzige Raum auf der kollektiven Landkarte des Menschen, der lediglich visuelle, aber keine klanglichen Informationen bereitstellt. Und es ist nicht möglich – so die Vermutung – sich einen Raum oder Ort vorzustellen, der keinen Eigenklang, keinen festgelegten klanglichen Möglichkeitshorizont besitzt.

Das überirdische Vakuum drängt dazu, auf vielfältige Art mit Klängen bespielt zu werden; es ist damit ein Klangraum kollektiver Fantasien, Wünsche und Phantasmen. Wie kein zweiter kultureller Topos ermöglicht dieses Vakuum, die kollektiven Klangphantasmen und -projektionen zu analysieren und zugänglich zu machen. Aus welchem Grund kam es zu diesen klanglichen Projektionen und wie hat sich der projizierte Klang des Weltraums im Laufe der Kulturgeschichte verändert? Wie lassen sich die Prozesse beschreiben, in denen diese akustischen Projektionen und Phantasmen generiert wurden und werden? In „Die Stille im Weltraum und ihr Klang auf der Welt“ werden diese Fragen in der Theorie – historisch und strukturell – wie auch künstlerisch in Form von Lecture Performances und Kompositionen erforscht.

"Die Stille im All und ihr Klang auf der Welt" ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Dissertationsprojekt an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und wird von der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián sowie der Philosophin Michaela Ott betreut.

LECTURE PERFORMANCE
Die Stille im All und ihr Klang auf der Welt I: Zählung

AUFFÜHRUNGEN:
26.4.15 Neuer Saarbrücker Kunstverein im Schwarzenbergturm, Saarbrücken (Video)
4.8.14 Kunstraum Lothringer 13, München
7.12.13, im Rahmen des Symposiums "laborartorium", LMU München
AUSSTELLUNG:

Parergon
Ausstellung von Mariana Castillo Deball im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin, von: 20.09.2014 bis: 01.03.2015 | Sound Design und Realisation des zur Ausstellung gehörenden künstlerischen Audioguides: Norbert Lang

((( Norbert Lang · Marianna Castillo Deball - Parergon (Auswahl)

Im Raum








"Was nutzt die Zählung beim Start einer Rakete?" fragt der Nutzer Hash am 16. August 2013 um 15:12 Uhr auf space.stackexchange.com/questions. Zwei Tage später antwortet ernestopheles: Die besondere Ordnung – darum gehe es: Der Start einer Rakete sei vergleichbar mit der Choreographie eines komplexen Tanzes mit einer großen Zahl an Beteiligten; und wahrscheinlich könne man, so ernestopheles weiter, eine Rakete ebenso gut auch zu einem Musikstück starten.
LECTURE PERFORMANCE
Die Stille im All und ihr Klang auf der Welt II: Schweben, Schwindel, Glissandi
Eine akustische Recherche
16.09.16 Kunstraum Lothringer 13, München

Im Schwebezustand wird der Körper leicht. Er verliert sein Gewicht, löst sich von den Dingen, wirkt geisterhaft, oder geradezu kindlich verspielt – ein feines, kreisendes Vibrato ertönt. Doch dieser Schwebezustand ist ständig bedroht: vom Schwindel. Vom Abgleiten ins endlose Schleudertrauma. Vom Rausch des Innenohrs. Von der Angst, ins Bodenlose zu fallen. Ist das der Grund für die jahrhundertealte Furcht vor dem Glissando? Die Lecture-Soundperformance „Schweben, Schwindel, Glissandi“ ist Teil des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts „Die Stille im All und ihr Klang auf der Welt“ und fragt mit auditiven Mitteln nach dem Verhältnis zwischen Klang und Körper in der Schwerelosigkeit. Dabei untersucht sie unter anderem das körperlose Spiel des Theremins in der Space Age Popmusik der 1950er Jahre und den Alltag in Weltraumkapseln und bettet sie ein in eigene akustische Soundkompositionen zur Schwerelosigkeit. Vor zwei Jahren präsentierte Norbert Lang im Rahmen der Rroomondays den ersten Teil seiner Recherche.
THEATER:

OSTERN IN KUNOVICE
Theaterproduktion mit Kompositionen von Norbert Lang

Ostern in Kunovice begibt sich auf die Spuren einer Fotografie, die vor zwei Jahrzehnten im tschechischen Dorf Kunovice aufgenommen wurde: Wir sehen vier Kinder und einen Mann in einer Wohnstube. Eines der Kinder hält eine Geige in der Hand, ein anderes spielt Blockflöte. Niemand schaut in die Kamera. An der Wand hängen Gemälde, im Esszimmerschrank stapeln sich die Kristallgläser und im Vordergrund liegen Schokoladenostereier in einer Schale auf dem Tisch. Wer sind die fünf Menschen auf dem Bild? Wie ist es ihnen seit dem Osterfest ergangen? Und in wessen Wohnzimmer befinden wir uns? Ostern in Kunovice verknüpft dokumentarisches Material mit den Mitteln des Musiktheaters und unternimmt eine Reise in ein Bild. Schicht für Schicht werden die Geheimnisse des 20 Jahre alten Fotos aufgedeckt. Dabei verbinden sich Tonaufnahmen aus Kunovice mit tschechischen Volksliedern und werden Teil einer Soundkomposition, die sich dem Foto auf musikalische Weise annähert. Vor uns sehen wir das Bild und hören die beinahe schon vergessenen Geschichten, die es uns erzählt. Wir lernen die Menschen auf dem Foto kennen und erfahren, wie sie damals gelebt haben und wie ihr Leben heute ist. Gemeinsam kehren wir zurück zu den Ursprüngen des Bildes, die weit in der Vergangenheit liegen.

mit FRANZISKA DICK, CATHRIN ROMEIS
Text und Regie FRANZISKA SEEBERG, LISA VERA SCHWABE Komposition NORBERT LANG Sounds aus Kunovice LUKÁS TVRDON Ausstattung JUDITH PHILIPP Technische Leitung RALF ARNDT Regieassistenz ELENA GRASSMANN Ausstattungsassistenz und Video INGIBJÖRG JARA SIGURDARDOTTIR Baubühne TOBIAS KUPPEL Produktionsleitung EHRLICHE ARBEIT - FREIES KULTURBÜRO

Eine Produktion von Franziska Seeberg in Kooperation mit dem Ballhaus Ost

Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, Fonds Darstellende Künste e.V., Rudolf Augstein Stiftung und Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds

Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts

Vorstellungen: 17. / 18. / 19. April und 14. / 15. / 16. Mai 2014
Ballhaus Ost


((( Norbert Lang · Trailer: Ostern In Kunovice (Theaterproduktion / Ballhaus Ost, Berlin 2014)



AUDIO WALK:

WEGMARKEN
Audiowalk im Rahmen des Theaterstücks "Die Perser" von Johan Simons (Kammerspiele, München)

"Der Chor in Johan Simons PERSER-Inszenierung trägt sein Leid schweigend, er lässt sich vertreten durch Hildegard Schmahls Chorführerin. Die realen, individuellen Erinnerungen der Chor-Darsteller an Krieg und Flucht hat Norbert Lang in einem Audiowalk auf dem Gelände der Bayernkaserne hörbar gemacht. WEGMARKEN versammelt Beschreibungen von vergangenen Lebensorten und Fluchtwegen während des Zweiten Weltkrieges, der Jugoslawienkriege sowie der aktuellen Krisen- und Kriegsgebiete in Afrika und dem Nahen Osten."

Im Stadtraum: Bayern-Kaserne, München ab 22. Juni - bis 14. Juli 2012, Münchner Kammerspiele
HÖRSPIEL IM RAUM:

zelt/haus
»zelt/haus« ist künstlerische Feldforschung vor Ort und Feature-Installation zu Mobilität, Behaustheit und Fremde. Mit einem Zelt reiste Norbert Lang für eine Woche in die sächsische Gemeinde Kirschau, bat Bewohner darum, in deren Gärten zu zelten, interviewte sie zum Leben in ihren Häusern und fertigte Klangaufnahmen an. Aus diesem Material komponierte er ein 20-minütiges Stück für acht mit Lautsprechern bestückte und lediglich von Glühlampen erhellte Zelte. Mit den aus ihnen ertönenden Geräuschen und Worten entsteht die Illusion, als seien sie bewohnt – sie werden zur Projektionsfläche der Imagination.

»zelt/haus« wurde vom 1.-11.Juli 2010 auf den obPHON Hörkunsttagen im sächsischen Kirschau ausgestellt.

AUSSTELLUNG: 

Bucharest - fragments in a box
Eine Häuserzeile, die Gesprächsfetzen zweier Passanten, ein Ruf aus der Ferne oder das stetige Rauschen der Stadt. Auf der Suche nach Bruchstücken des Alltags begaben sich die Fotografin Greta Hoheisel und der Klangkünstler Norbert Lang für ein Jahr in die Hauptstadt des neuen EU-Mitgliedslandes Rumänien: Bukarest. Vorgefunden haben sie einen komplexen Stadtraum zwischen Konsum und Tradition, zwischen Turbo-Kapitalismus und Religiosität. Das Ergebnis ihrer Streifzüge durch die Stadt ist neben der Buch-CD »Bukarest | Bucuresti - fragmente« auch die Wanderausstellung »Bucharest - fragments in a box«.

Präsentiert werden die gesammelten Fotografien und Klangfragmente in drei Guckkästen. Den Guckkasten, ein Medium, das Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge gesellschaftlicher Umbrüche populär wurde, transferieren die Künstler ins digitale Jetzt und nutzen es für eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Stadt Bukarest. Im Inneren der Kästen sind menschenleere Fotografien auf Bildschirmen zu sehen, über Kopfhörer werden Tonaufnahmen übertragen, die vom Leben in der Stadt erzählen: Von ausufernden Hupkonzerten zur Rush-hour ebenso wie von dörflicher Idylle in den Hinterhöfen der Stadt. Zeitweise bleibt nur der Klang, dann verschwindet dieser wieder ganz und lässt die Bilder für sich stehen. Im Zusammenspiel zwischen Geräusch und Bild entsteht ein bewusst lückenhaftes Stadt-Mosaik. Es bedarf der Fantasie des Betrachters, um es zusammenzusetzen.

Ausstellungen:
Atelier 35, Bukarest, Rumänien 4.-18.07.2008, Stellwerk, Kassel, Deutschland 3.-10.10.2008, MitOst-Festival, Ushhorod, 16.10.2008, Kulturama Festival, Hildesheim, Deutschland 1.-2.11.2008, Hungaricum, Berlin, Deutschland 08.05.-28.06.2009

Buch-CD:
Grundlage dieser Buch-CD sind 20 Klangaufnahmen, die vom Leben in der Stadt Bukarest erzählen. Jedem der Stücke ist ein Kapitel gewidmet, bestehend aus einer kurzen, literarischen Momentaufnahme und Fotografien.

96 Seiten, MitOst Editionen und Grünrekorder | gruen 068 / 2008 / LC 09488 / GEMA | ISBN: 978-3-9812411-1-2

Projektwebsite:
inbukarest.com



MUSIK FÜR TANZ:

To: my future body ist als intergeneratives Tanzprojekt im Rahmen des Vermittlungsprogramms der KW Institute for Contemporary Art entstanden und wurde durch Mittel der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ermöglicht. Innerhalb von intensiven drei Monaten erforschten die beiden Choreographinnen Patricia Woltmann und Christina Wüstenhagen gemeinsam mit 14 Teilnehmer*innen maßgebliche Verbindungen zwischen Bewegung, Erinnerung und Archivierung im performativen Kontext.

Zur Videodokumentation: LINK

Weitere Informationen unter: KW Website

Projektteam
Choreographie und Konzept:
Patricia Woltmann, Christina Wüstenhagen
Musik: Norbert Lang

Teilnehmende Tänzer*innen: Emma Lusena Ash, Johannes Berger, Ron Engels, Jessica Fischer, Anna Gelbe, Simikka Hansen, Carsten Horn, Marett Klahn, J.K. Langford, Maria Martinez, Marie Purschke, Kerttu Saraste, Maja Toaspern, Signe Tveskov
Konzeptionelle Mitarbeit: Emmie McLuskey, Janice Parker, Duygu Örs, Katja Zeidler Initiatorin: Katja Zeidler
Projektkoordinatorin: Duygu Örs
Videodokumentation: Janine Graubaum
AUDIO WALK: 

GESCHICHTE UNTER UNS
Ein Audiowalk auf Berliner Trümmerbergen mit Erinnerungen von Zeitzeugen an den Zweiten Weltkrieg
Mai 2015

„Geschichte unter uns“ nimmt seinen Ausgang bei den drei Lebensgeschichten von Christel, Thea und Karl-Heinz, die den Krieg in Berlin aus jugendlicher Perspektive erlebt haben: Sie spielten auf der Straße und beobachteten, wie Juden aus Nachbarwohnungen deportiert wurden, sie versorgten ihre erkrankten Eltern, harrten in den Luftschutzkellern aus, mussten Schützengräben anlegen oder als Flak-Helfer selbst in den Krieg ziehen. Christel, Thea und Karl-Heinz gehören zu den letzten Generation an Zeitzeugen, deren Erzählungen sich die bildende Künstlerin Sonya Schönberger seit einigen Jahren im Medium des Interviews nähert. Aus diesem umfangreichen Material wählten Sonya Schönberger und Norbert Lang drei Lebensberichte aus, bearbeiteten sie und ließen sie von je drei jugendlichen Schauspielern im Alter von 16 – 18 Jahren einsprechen, jenem Alter also, in dem auch die Zeitzeugen den Krieg erlebten. In den Stimmen dieser Jugendlichen klingen dabei mehrere Gegenwarten zugleich an: Die Erlebnisse der Jugendlichen damals in der Sprache der erwachsenen Zeitzeugen von heute und der Stimme der Jugendlichen in der Jetztzeit. In diesen Zeitsprüngen entstehen akustische und erzählerische Reibungsflächen und zugleich auch neue Identifikationsräume für die folgenden Generationen.

Die Erzählungen von Thea, Christel und Karl-Heinz sind zugleich auch Dokumente einer Objektgeschichte des 2. Weltkrieges: Sie berichten von Objekten der kriegerischen Auseinandersetzung, von Waffen, Bomben, Geschossen; von den letzten Habseligkeiten jüdischer Menschen, von der Ausstattung der Luftschutzkeller, von den Splittern und Schutthaufen in den Häuserruinen. Immer wieder verweist der Audio Walk auf diese Ding-schichten, die heute zum Teil weiter zirkulieren, zum Teil unterhalb der Stadtoberfläche liegen; vor allem aber auf den nach dem Krieg angelegten Trümmerbergen buchstäblich sichtbar, ja, gehend erfahrbar sind. So finden die Hörspaziergänge auf drei Trümmerbergen in Berlin statt: dem Volkspark Prenzlauer Berg (Oderbruchkippe), dem Insulaner in Schöneberg und der Humboldthöhe im Wedding statt. Wie die Berichte der Jugendlichen von Ortswechseln gezeichnet sind – zu Fuß, wandernd, zum Teil rennend, auf der Flucht vor feindlichen Angriffen, auf der Suche nach Unterschlupf und Schutzräumen, auf langen Zugfahrten aus den Städten und wieder in die Städte hinein – so sind auch die Besucher des Audiowalks als Spazierende in Bewegung; auf den Trümmern der zerstörten Stadt lauschen sie, gehend, spazierend, wandernd, den Geschichten einer vergangenen Jetztzeit.